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Operationsspektrum

Kniegelenk-Arthroskopie

Meniskus-Chirurgie (Meniskus-Teilresektionen und Meniskus-Nähte)


Die Entfernung von zerstörten Meniskus-Anteilen erfolgt mit einem Arthroskop über zwei 0,5 cm große Hautschnitte neben der Kniescheibe. Bei bestimmten Arten von Rissbildungen kann der Meniskus wieder angenäht und somit erhalten werden. Dies geschieht ebenfalls arthroskopisch ohne Eröffnung des Kniegelenkes mit einem speziellen Nahtmaterial oder mit resorbierbaren Stiften. Die Entscheidung, ob die vorgesehene Operation ambulant oder stationär durchgeführt werden soll, treffen Sie bitte in Absprache mit Ihrem behandelnden Arzt.

 

 

 

Degenerative Rissbildung am Innenmeniskus-Hinterhorn

 

 

 

Zustand nach einer Innenmeniskus-Teilresektion

Meniskusersatz (CMI Collagen Meniscus Implantat )

Der Meniskus dient als Stabilisator und Puffer zwischen dem Unterschenkel- und dem Oberschenkelknochen. Falls ein großer Anteil des Meniskus entfernt werden muss, etwa aufgrund einer verschleißbedingten Zerstörung oder einer komplexen Rissbildung, die nicht genäht werden kann, führt dies zu einem erhöhten Gelenkverschleiß. Durch ein in den USA entwickeltes Verfahren kann ein Meniskus-Implantat aus Kollagen durch einen minimal-invasiven, arthroskopischen Eingriff in das Kniegelenk eingebracht werden. Es dient als Gerüst für einwachsende körpereigene Zellen und kann weitgehend die Funktion des entfernten Meniskus übernehmen. Das Implantat selbst wird nach dem Aufbau körpereigener Zellen langsam resorbiert. So können Spätfolgen nach Meniskus-Totalentfernungen reduziert werden.

Eine Kostenerstattung durch gesetzliche Kassen ist nur nach Antrag als Einzelfall-Entscheidung möglich. Der Antrag sollte vor der geplanten OP an die Krankenkasse gestellt werden.

Die Reha-Behandlung nach einem Meniskusersatz dauert mit acht bis zwölf Wochen deutlich länger als nach einer Meniskusresektion bzw. -naht.

Nach der Operation sollte für etwa sechs Wochen eine Kniegelenksorthese zum Schutz des einwachsenden Implantates getragen werden.

Ersatzplastik des vorderen oder hinteren Kreuzbandes

Nach Verletzungen des vorderen Kreuzbandes ist eine Naht des Bandes nur in Ausnahmefällen möglich. Bei entsprechendem klinischen Befund und Beschwerden des Patienten hilft oft nur ein Ersatz des gerissenen Bandes durch eine körpereigene Sehne. Bitte besprechen Sie dies mit Ihrem behandelnden Arzt!

Ersatzplastik des vorderen Kreuzbandes mit vierfacher Semitendinosus-Sehne

Bei dieser minimal-invasiven Technik, die wir in der Regel als Bandersatz durchführen, wird das vordere Kreuzband durch die vierfache Semitendinosus-Sehne (Sehne aus dem inneren Oberschenkel) ersetzt. Neben zwei kleinen Arthroskopie-Narben wird ein drei Zentimeter langer Hautschnitt innenseitig der Kniescheibensehne nötig, um die Sehne zu entnehmen und in das Kniegelenk einzusetzen. Das Sehnentransplantat wird dann über zwei kleine Titanplättchen am Knochen fixiert („Endobutton-Technik“, modifiziert nach T. Rosenberg, Salt Lake City, USA). Eine Zweitoperation zur Entfernung der Plättchen ist nicht notwendig.

Ersatzplastik des vorderen mit mittleren Patellasehnen-Drittel

Hierbei wird das mittlere Drittel der Kniescheibensehne als Bandersatz verwendet. Das Einsetzen der Sehne erfolgt ebenfalls in der „Endobutton-Technik“ (s. o.), am Unterschenkel wird die Sehne in der Regel mit einer im Knochen versenkbaren Schraube (Interferenzschraube) befestigt. Diese Operationsmethode wird in der Regel bei Reoperationen durchgeführt, wenn die Semitendinosus-Sehne als Transplantat nicht zur Verfügung steht.
Vorteile der arthroskopisch durchgeführten Kreuzband-Ersatzplastik sind:

  • minimal-invasive Technik
  • keine Zweit-Operation
  • kosmetisch günstige Narben bei kleinen Hautschnitten
  • ambulant oder mit kurzem Krankenhausaufenthalt (drei bis fünf Tage) durchführbar

 

 

 

Frische Ruptur des vorderen Kreuzbandes

zustand nach der op

 

 

 

Zustand nach der OP (Semitendinosus-Sehne)

 

 

 

LCA-Plastik mit Semitendinosus-Sehne

Ersatzplastik des hinteren Kreuzbandes mit Semitendinosus-Sehne

Eine Ersatzplastik des hinteren Kreuzbandes ist in der Regel erst nach Fehlschlagen eines konservativen Behandlungsversuches erforderlich und kann ebenfalls minimal-invasiv durchgeführt werden.

Hierzu wird in der Regel ebenfalls die Semitendinosus-Sehne und zusätzlich die Gracilis-Sehne (ebenfalls eine Oberschenkelsehne) verwendet. Die Ersatzplastik des hinteren Kreuzbandes erfordert eine längere Nachbehandlung und Ruhigstellung.

Synovektomie des Kniegelenkes

Bei immer wiederkehrenden Entzündungen und Ergussbildungen im Kniegelenk und bei bestimmten rheumatischen Erkrankungen muss oft eine Entfernung der Gelenkschleimhaut (Synovektomie) durchgeführt werden. Zur genauen Diagnose können Gewebeproben entnommen werden. Auch diese Operation erfolgt in der Regel minimal-invasiv über zwei oder mehrere kleine Hautschnitte.

Knorpeltransplantation

1. Mosaikplastik

2. Autologe Chondrozyten-Transplantation
Für beide Methoden gilt: Sie können nur an Kniegelenken mit umschriebenen Knorpeldefekten (Größe maximal 4-5 cm2) angewandt werden. In den meisten Fällen eignen sich diese Methoden bei Patienten mit umschriebenen Durchblutungsstörungen des Knochens der Oberschenkelrolle (Osteochondrosis dissecans) und bei akuten Abscherverletzungen des Knorpels.

Mosaikplastik

Bei der Mosaikplastik werden Knorpel-Knochen-Zylinder aus einer unbelasteten Stelle der Oberschenkelrolle entnommen und auf den vorbereiteten Knorpeldefekt übertragen (siehe Abbildung). Die Entnahme des Transplantates und die Vorbereitung der Knorpeldefektes geschieht mit Rundfräsen in verschieden Größen. Diese Operation kann in der Regel mittels Arthroskopie ohne Eröffnung des Kniegelenkes durchgeführt werden. Nach der Operation ist eine Entlastung des operierten Beines für vier bis sechs Wochen erforderlich.

Bild links: Entnahme des Knorpel-Knochen-Zylinders mit Rundfräse
Bild rechts: Auffüllen des Knorpel-Defekts mit dem vorher entnommenen Transplantat

Autologe Chondrozyten-Transplantation

Manche Knorpelschäden können durch gentechnisch produzierten Knorpel ersetzt werden. Dies erfordert eine Arthroskopie mit der Entnahme des Knorpels und danach eine offene Knieoperation, bei der die gentechnisch vermehrte Knorpelsubstanz eingesetzt wird. Diese neue Operationsmethode eignet sich nicht bei Knie-Arthrose und muss wegen der hohen Kosten von der Krankenkasse vorab genehmigt werden.

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